BILDUNGSSOZIOLOGIE

Netzwerktagung 2018

When the sociology of education meets the world of work:
School-to-work transition and work in educational institutions

Conference organized by the Sociology of Education Research Network of the Swiss Sociological Association (SSA)

8 & 9 November 2018, Campus HEP Vaud, Lausanne

Deadline for paper proposals: 31 January 2018

Please consult the Call for papers for further information.

Forschungsgegenstand des Forschungskomitees

Das Forschungskomitee Bildungssoziologie der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie setzt sich für die soziologische Analyse des kulturellen, sozio-strukturellen, historischen, institutionellen und organisationellen, politischen sowie ökonomischen Kontextes von Bildungsprozessen und ergebnissen auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene ein, und zwar sowohl innerhalb wie ausserhalb der Schweiz. Dabei kann Bildung sowohl als Explanans als auch als Explanandum von sozialen Beziehungen, sozialen Tatsachen und sozialen Problemen betrachtet werden.

Auf gesamtgesellschaftlicher Makro-Ebene liegt das Interesse beim Beitrag, den Bildung an die Gesellschaft leistet (Stabilität, Ungleichheit), bei der Dynamik und dem Verhältnis zwischen verschiedenen sozialen Systemen (vor allem zwischen Bildung, Familie und Arbeitsmarkt/Wirtschaft), beim sozialen Wert von Bildung (z.B. Statuserwerb bzw. zuweisung), bei der Rolle des Staates, der Bildung bereitstellt, sowie beim gesellschaftlichen Wandel. Auf Meso-Ebene sollen Funktion und Wandel von Bildungsorganisationen ebenso untersucht werden wie Professionsaspekte der im Bildungssektor Tätigen (z.B. Curricula, Rekrutierung, Selektion und Leistungshomogenisierung, Kulturen, Professionalisierung). Auf Mikro-Ebene stehen soziale Interaktionen zwischen Lehrenden und Lernenden, Eltern und Schulleitungen sowie deren Bildungsentscheidungen im Zentrum des Interesses, ebenso der Beitrag von Bildung zur Stärkung der individuellen Autonomie.

Das Forschungsfeld der Bildung umfasst eine breite Palette von Bildungsprozessen und ergebnissen in informellen (z.B. Familie, Gleichaltrigengruppe, Freizeit, Arbeitsplatz), formalen (u.a. Kinderkrippen und Kindergärten, Primarschule, Sekundarschulen, Mittelschulen, berufliche Erstausbildung, Hochschulen, Höhere Berufsbildung, Weiterbildung) wie auch in nicht-formalen, extra-curricularen Settings (z.B. Jugendarbeit, Privatunterricht, kommerzielle Bildungsangebote).

Die Analyse von Bildungsprozessen umfasst individuelle Lernprozesse und –laufbahnen, die in familiale, regionale, nationale und internationale Opportunitätsstrukturen eingebettet sind. Auf institutioneller Ebene beinhaltet diese Analyse auch die Erarbeitung von Lehrplänen und die Implementation von bildungspolitischen Entscheidungen und Reformen auf allen sozialräumlichen Ebenen (von der Gemeinde bis zu transnationalen Strukturen). Akteure und Entscheidungsträger des Bildungssystems können sowohl Individuen als auch Institutionen sein (Gruppen, Organisationen, Netzwerke, Staaten, etc.).

Die Ergebnisse von Bildung können intendiert oder unintendiert sein und in verschiedenen verkörperten, institutionalisierten und symbolischen Formen gefasst werden (z.B. kulturelles Kapital, Know-how, Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen, Zertifikate, Bildungsstufen etc.).

Das Forschungsnetzwerk Bildungssoziologie macht sich stark für umfassende Analysen von Bildungsprozessen und –ergebnissen im Kontext von sozialen Beziehungen und sozialer Ungleichheit (nach Geschlecht, Migrationshintergrund, Herkunft, Schicht, Alter, etc.), wobei Intersektionalität, sozialer und institutioneller Wandel und sozialräumliche (lokale, regionale, nationale, internationale) Variabilität berücksichtigt werden sollen. Das Netzwerk analysiert Bildungsprozesse vor dem Hintergrund der Logiken verschiedener sozialer Kontexte und Diskurse (Bildungsmärkte, Leistungsmeritokratie, Bildungsgemeinschaften, Effizienz, Zivilgesellschaft, etc.). Prozesse und Wirkungen des Bildungssystems können auch in Beziehung stehen mit dem Zugang zu Ressourcen, Macht und Status in anderen Systemen (besonders dem Arbeitsmarkt) oder in der Zivilgesellschaft als solcher.

Ziele des Forschungsnetzwerks

Das Netzwerk Bildungssoziologie setzt sich zum Ziel, den wissenschaftlichen Austausch im Bildungsbereich anzuregen und zu organisieren, sowohl disziplinär als auch interdisziplinär. Es unterstützt insbesondere die Förderung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Feld der Bildungssoziologie.

Das Netzwerk stärkt die Entwicklung und die Sichtbarkeit soziologischer Perspektiven und Theorien im Feld der Bildungsforschung. Der Soziologie verpflichtet fördert es die theoretische und empirische Beschreibung und Analyse von Bildungsprozessen in verschiedenen, mehr oder weniger institutionalisierten sozialen Kontexten. Das Netzwerk respektiert die Vielfalt der Methoden und vermeidet die einseitige Ausrichtung auf dominante theoretische oder methodologische Paradigmen.

Um die Relevanz von Kontexten für Bildungsprozesse und -ergebnisse zu verdeutlichen, fördert das Netzwerk komparative Analysen verschiedener zeitlicher, (sozial)räumlicher und organisationaler Kontexte. Es macht sich dabei die föderale Struktur des Schweizer Politik- bzw. Bildungssystems mit seiner hohen Kontextvariabilität zunutze, um in der Bildungssoziologie vergleichende Forschung und Theoriebildung von internationaler Bedeutung zu fördern.

Um die Pluralität von theoretischen und methodologischen Ansätzen im Feld der Bildungssoziologie zu fördern, ist das Netzwerk bestrebt, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Sprach- und Landesregionen zu vertreten und zu vernetzen. Es soll den Austausch zwischen den disziplinären Traditionen und Entwicklungen sowohl in den deutsch-, französisch- bzw. italienischsprachigen als auch in den englischsprachigen Wissenschafts- und Forschungsräumen der Bildungssoziologie ermöglichen. Um Kommunikation und Austausch auf nationaler Ebene sicherzustellen, dient Englisch (ggf. ergänzt durch Deutsch und Französisch) als Hauptsprache des Netzwerks. Über nationale Aktivitäten hinaus strebt das Netzwerk auch internationalen Austausch an.

Das Netzwerk fördert nationalen wie internationalen wissenschaftlichen Austausch und wissenschaftliche Diskussionen durch

  • Workshops und Konferenzen
  • gemeinsame Forschung und Publikationen
  • Lehre
  • andere Formen des Austauschs (z.B. Newsletter, Online-Kanäle und –Diskussionen)

Es gibt keine formalen Hürden oder Anforderungen für den Beitritt zum Netzwerk. Aktive Mitgliedschaft ist allerdings erwünscht. Falls Sie interessiert sind, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit der Koordinationsgruppe des Forschungskommitees.

Koordinationsgruppe des Forschungskommitees (2017-18)

Farinaz Fassa (Université de Lausanne)

Chantal Hinni (Universität Fribourg)

Christian Imdorf (Universität Basel)

Irene Kriesi (Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung, EHB Zollikofen)

Philippe Losego (HEP Vaud)

Kontakt Newsletter

Mario Steinberg
Fachhochschule Nordwestschweiz
Pädagogische Hochschule
Institut Sekundarstufe I und II
Clarastrasse 57
4058 Basel

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